Im Portrait: *KommR* Fidelio M. Rupprecht

Zur Person

Fidelio Maria Rupprecht wurde 1955 in Wien geboren. Nach der Matura erfolgte die Ausbildung in Textiltechnik und der Besuch der Wirtschaftsuniversität. 1977 trat er in den elterlichen Betrieb ein. 1986 ist Rupprecht dem Wirtschaftsbund beigetreten, bis Mitte 2000 war er Mitglied im Gremium Textilgroßhandel sowie im Gremium der Handelsagenten. In Letzterem ist er seit Anfang 2003 wieder tätig. 2015 wurde er zum Obmann-Stellvertreter im Landesgremium der Wiener Handelsagenten berufen.

Es war der Vater von Fidelio M. Rupprecht, der das Unternehmen 1956 erwarb und in eine Kommanditgesellschaft umwandelte.

Schon von klein auf hatte Fidelio M. Rupprecht Gelegenheit zu sehen, womit seine Eltern ihren beruflichen Alltag verbrachten. Da die Eltern ganztägig im Büro oder unterwegs waren, verbrachte er bereits während seiner Schulzeit viele Nachmittage in der Firma, um dort Aufgaben zu erledigen. „Wenn ich konnte, half ich so gut es ging mit – sei es beim Tragen von Stoffballen, beim Wickeln, Messen und Abschneiden der Stoffe oder beim Einordnen von Kollektionen in die Musterkoffer. Später legte ich auch Korrespondenz in Ordner ab. Es waren eben Hilfstätigkeiten.“ Mit 16 Jahren besuchte Fidelio Rupprecht erstmals Kunden im Wiener Raum, um kleine Serviceleistungen oder Botendienste zu erbringen. So wuchs er quasi von Kindesbeinen an in den Beruf hinein. „Da das Unternehmen stetig wuchs, stellte sich auch gar nicht die Frage, einen anderen Beruf zu ergreifen“, sagt Rupprecht rückblickend. 1977 wurde er als Angestellter im Betrieb aufgenommen und war fortan gemeinsam mit seinem Vater im In- und Ausland unterwegs.

Diese Teamarbeit machte sich bezahlt: „Unsere Handelsagentur erhielt 1986 als Branchenleader das Staatswappen. Und so konzentrierten wir unsere Tätigkeit nun ganz auf die Handelsagentur.“ Doch wie sich in diesen Jahren die politische Landschaft änderte, so veränderte sich auch die Kundenstruktur. Immer mehr österreichische Unternehmen verlegten die Produktion ins Ausland oder stellten ganz ein. Neue Märkte mussten aufgebaut werden. „Wir dehnten unser Verkaufsgebiet zunächst auf Süddeutschland und die Schweiz aus. Ende der 1980er-Jahre war es naheliegend, in den ehemaligen Kronländern Tschechei, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien nach Kunden zu suchen“, erklärt Rupprecht. Der Zugang war, den Firmen den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. „Wir vermittelten Lohnarbeit und halfen den Konfektionsbetrieben mit unserer Erfahrung, ihre Kollektionserstellung auf mitteleuropäisches Niveau anzugleichen“, so Rupprecht.

Vieles hat sich zwischenzeitlich getan, auch die Struktur der vertretenen Anbieter hat sich verändert. Heute bietet die Agentur List nicht nur europäische Produktionen an, sondern auch Waren aus China und Indien. „1992 ging mein Vater in den wohlverdienten Ruhestand, und ich übernahm die Firma vollständig“, erzählt Fidelio Rupprecht von seinem Werdegang in die Selbstständigkeit. „Meine Aufgabe sehe ich darin, sowohl für den Prinzipal als auch für den Kunden gleichermaßen da zu sein. Der Beruf des Handelsagenten ist ähnlich dem eines Diplomaten; es gilt, den gerechten Ausgleich zu finden und beiden Seiten bei auftretenden Problemen professionell und unparteiisch zu helfen. Denn unser Stand benötigt beides: erfolgreiche Anbieter und zufriedene Kunden. Das schafft Vertrauen und garantiert den Erfolg.“

Der Bundespräsident hat Herrn Fidelio M. Rupprecht, Obmann des Landesgremiums Wien der Handelsagenten und Obmannstellvertreter im Bundesgremium sowie Eigentümer der Karl List & Co KG in Wien, mit Entschließung vom 4. November 2022 den Berufstitel „Kommerzialrat“ verliehen. Das Dekret wird durch die Wirtschaftskammer Wien überreicht.